Antidiskriminierungsrecht

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Das steht im Grundgesetz. Das Grundgesetz verbietet es manche Menschen schlechter zu behandeln als andere. Vor allem darf niemand schlechter behandelt werden, weil er behindert ist. Oder weil er an einen anderen Gott glaubt, als die Christen. Oder weil er aus einem bestimmten Land kommt. Oder weil er eine dunkle Hautfarbe hat. Auch Frauen dürfen nicht schlechter behandelt werden, als Männer.
Benachteiligung in Deutschland
In Wirklichkeit werden in Deutschland und Europa aber viele Menschen benachteiligt. Zum Beispiel werden Menschen in Gaststätten nicht bedient, weil sie behindert sind. Oder sie können die Bundesbahn nicht gut benutzen, weil sie im Rollstuhl sitzen. Oder sie können Fernsehsendungen nicht verstehen, weil sie nicht hören können. Dafür müssten die Sendungen in die Gebärdensprache übersetzt werden. Das machen die Fernsehsender aber nur sehr selten. Manchen Menschen finden den Weg in Behörden auch nicht. Dafür müssten nämlich Schilder und Wegweiser in der Schrift hingehängt werden, die blinde Menschen lesen können. Diese Schrift heißt Braille-Schrift. Oder es müssten eine Signal, das man hören kann, sagen, wo es lang geht. Manchen Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz weil sie transsexuell sind. Oder sie müssen irgendwo ankreuzen ob, sie Mann oder Frau sind. Dabei sind sie nicht Mann oder Frau, sondern Hermaphroditen. Manche Menschen können keine Wohnung mieten, weil sie nicht so gut Deutsch sprechen oder weil sie schwul sind oder lesbisch. Manchmal bekommen Menschen auch keinen besseren Posten, weil sie Frauen sind. Juden und Jüdinnen werden immer öfter offen angefeindet und beleidigt. Muslime haben Schwierigkeiten, den Bau einer Kirche, einer Moscheen genehmigt zu bekommen. Manchmal wird Musliminnen auch verboten, ein Kopftuch am Arbeitsplatz zu tragen.
Europa hilft etwas
In Deutschland ist es leider Alltag, dass Menschen benachteiligt werden, weil sie nicht sind wie die meisten anderen Menschen in Deutschland. Oft ist es schwierig sich gegen diese Benachteiligung zu wehren. Auch Gerichte helfen nicht immer. Das liegt daran, dass deutsche Gesetze nicht sagen, dass es ein Recht auf Anderssein gibt. Deutschland ist aber Mitglied der Europäischen Union. Die Gesetze der Europäischen Union heißen Richtlinien. Und es gibt Richtlinien der Europäischen Union, die gut gegen Benachteiligungen helfen können. Außerdem gibt es Abkommen zum Beispiel gegen die Benachteiligung von Frauen. Diese Abkommen haben viele Länder unterschrieben. Auch Deutschland hat unterschrieben. Damit gelten diese Abkommen in vielen Ländern. Auch in Deutschland. Diese Abkommen helfen nicht ganz so viel wie ein Gesetz. Sie sind aber trotzdem wichtig. Ein Abkommen gegen die Benachteiligung von Behinderten wird gerade vorbereitet. Gerade wenn man gegen Benachteiligung etwas unternehmen will muss man sich mit all diesen Gesetzen, Richtlinien und Abkommen gut auskennen. Man muss auch wissen, was Gerichte in Europa entscheiden, zum Beispiel der Europäische Gerichtshof in Luxemburg.
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz
Nach langem Streit gibt es in jetzt ein Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, das die Benachteiligung von Menschen wegen Ihres Alters, oder wegen ihrer Behinderung oder wegen Ihres Glaubens und aus anderen Gründen verbietet. Das Gesetz macht es leichter sich gegen Benachteiligungen zu wehren. Aber manchmal erkennen auch die Gerichte eine Benachteiligung nicht an. Es gibt auch eine neue Vereinbarung, der Vereinten Nationen, die viele Menschenrechte für Behinderte vorsieht. Aber in Deutschland gilt diese Vereinbarung noch nicht.
Benachteiligungen können aber nicht nur durch neue Gesetze abgeschafft werden. Vor allem, die die benachteiligt werden müssen etwas dagegen tun. Und die Organisationen zu denen sie gehören müssen auch etwas tun. Sie wissen nämlich am Besten, wo sie benachteiligt werden. Sie wissen auch, was besser werden muss. Wenn sie etwas gegen Benachteiligungen tun wollen, können wir Ihnen vielleicht helfen. In diesen Auseinandersetzungen kann Sie unsere Kanzlei beraten und vertreten. Wir können überlegen, ob es sinnvoll ist vor Gericht zu ziehen. Manchmal hilft es auch, wenn man mit einer Zeitung oder dem Fernsehen spricht. Manchmal ist es auch wichtig Hilfe von einem großen Verband zu bekommen. Ein Verband kann zum Beispiel mit Geld helfen. Gerichtsverfahren können nämlich teuer werden. Außerdem ist es gut zu wissen, dass man nicht alleine steht. Auch hier können wir Ihnen mit unseren Erfahrungen weiterhelfen. Uns ist es wichtig mit allen zu reden. Aber am wichtigsten ist uns aber, denen zu helfen kann, die uns den Auftrag gegeben haben etwas zu tun. Das sind meine Mandanten.
Schulungen
Wir erklären Menschen auch, wie Sie sich gegen Benachteiligungen wehren können und wir erzählen in Betrieben und Behörden, was man machen muss, damit niemand benachteiligt wird. Solche Veranstaltungen, die zwei Stunden dauern können oder zwei Tage lang, nennt man Schulungen. Wie eine Schulung aussehen soll und was wir dabei erklären besprechen wir gerne mit Unternehmen, Gleichstellungsbeauftragten, Personal- oder Betriebsräten, Vereinen und Verbänden, sowie Schwerbehindertenvertrauensleuten.
Im Antidiskriminierungsrecht berät und vertreten Sie:
Rechtsanwältin Gabriela Lünsmann
Insbesondere Benachteiligung von Lebenspartnerschaften und gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften, Benachteiligung von Menschen die nicht aus Deutschland kommen oder deren Eltern nicht aus Deutschland kommen, Benachteiligung von Menschen, weil sie älter sind oder sehr jung.
Rechtsanwalt Dr. Oliver Tolmein
Insbesondere Benachteiligung von Menschen wegen des Geschlechts (speziell Transsexuelle und Intersexuelle), Benachteiligung wegen der Behinderung im Arbeitsleben und im Zivilrecht, Ansprüche wegen Verstößen gegen die Behindertenrechtskonvention, Barrierefreiheit, Schulungen.
Rechtsanwältin Dr. Babette Tondorf
Insbesondere Benachteiligung im Arbeitsrecht, Durchsetzung von Ansprüchen nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, Schulungen.
Rechtsanwältin Judith Hartmann
Insbesondere Barrierefreiheit, Benachteiligung wegen der Behinderung (speziell Benachteiligung von schwerhörigen und gehörlosen Menschen), Barrierefreiheit.
Rechtsanwältin Kristina von Paczinsky und Tenczin
Insbesondere zivilrechtliche Schadensersatzansprüche auf Basis von AGG und anderen Normen, Ansprüche gegen Versicherungen wegen Diskriminierung.
Anmerkungen:
Das Grundgesetz ist das wichtigste Gesetz in Deutschland. Was darin steht gilt für alle anderen Gesetze. Und auch wenn der Bundestag ein neues Gesetz beschließt, muss er sich an das Grundgesetz halten. Wenn etwas gegen das Grundgesetz verstößt nennt man es "verfassungswidrig". Wenn ein Gesetz verfassungswidrig ist, gilt es nicht. Auch wenn ein Urteil verfassungswidrig ist, gilt es nicht. Was verfassungswidrig ist, entscheidet das Bundesverfassungsgericht.
Gebärdensprache ist die Sprache, die Menschen verstehen, die nicht hören können. Gebärdensprache wird mit Fingern und Gesichtsausdrücken gesprochen. Deutsche, die nicht hören können, sprechen Deutsche Gebärdensprache. Es gibt auch in anderen Ländern Gebärdensprache. Viele Seiten auf dieser Webseite sind in Deutscher Gebärdensprache. Diese Seiten sind mit den Buchstaben DGS markiert.
Transsexuell nennt man Menschen, die ihr Geschlecht ändern. Es gibt Menschen, die sind als Mädchen geboren worden. Aber sie fühlen sich schon immer als Junge. Sie haben das Gefühl, dass ihr Körper nicht zu ihnen passt. Deswegen können sie sich später einen neuen Vornamen aussuchen. Dann heißen sie zum Beispiel Daniel statt Daniela. Sie können sich auch operieren lassen. Ihnen wird dann die Brust abgenommen und es werden Eierstöcke und Gebärmutter entfernt. Sie Und sie bekommen Arzneimittel, damit ihre Stimme tief wird und sie mehr Muskeln bekommen. Dann wird auch in ihren Paß geschrieben, dass sie jetzt ein Mann sind. Es gibt auch Menschen, die als Mann geboren werden, die sich aber immer wie eine Frau fühlen. Auch sie sind transsexuell. Auch sie können sich einen neuen Vornamen geben lassen. Sie heißen dann zum Beispiel Claudia, statt früher Klaus. Sie können sich auch operieren lassen. Dann werden Ihnen die Hoden entfernt und der Penis. Stattdessen bekommen sie eine Scheide. Sie bekommen Arzneimittel, damit sich Brüste entwickeln. Dann wird in Ihren Pass geschrieben, dass sie eine Frau sind.
Hermaphroditen nennt man Menschen, die weder Mann sind, noch Frau. Diese Menschen heißen auch "Intersexuelle". Hermaphroditen sind sehr unterschiedlich. Manche haben Brüste und eine Scheide, aber eine Klitoris, die so groß ist, wie ein Penis. Manche haben Gene, wie Männer, sie haben auch Hoden, aber auch Brüste. Manche haben auch andere Besonderheiten. Dass es Hermaphroditen gibt zeigt, dass es mehr als nur zwei Geschlechter gibt.
Lesbisch nennt man Frauen, die Frauen lieben. Männer, die Männer lieben nennt man schwul. Lesbische Frauen und schwule Männer heißen auch Homosexuelle.
Muslime sind Menschen, deren Gott Allah heißt. Muslime kommen oft aus anderen Ländern, zum Beispiel der Türkei. Es gibt aber auch Muslime, die in Deutschland geboren wurden. Muslime beten in einer Moschee. Die Bibel der Muslime heißt Koran. Sehr wichtig ist für die Muslime auch Mohammed, der ein Prophet war, also ein sehr weiser Mensch. Manche muslimische Frauen tragen, weil das ihrem Glauben entspricht, immer ein Kopftuch.