Contergangeschädigte: Viel Geld ist nicht genug und Demokratie ist nicht nur ein Wort

11.04.2013 | AutorIn:  Dr. Oliver Tolmein | Behindertenrecht, Medizinrecht

Am 15. April tagt morgens der Familienausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung. Thema: Die Verteilung der 120 Millionen EUR jährlich, die künftig den Contergangeschädigten zur Verfügung stehen sollen.

Geldquelle: Der Staat. Bislang hält sich vornehm zurück: Die Firma Grünenthal, die den schönen Wahlspruch hat "Schmerz ist unsere Kernkompetenz" und der es auch sonst zumindest wirtschaftlich deutlich besser geht, als den Contergangeschädigten.

Ich habe gerade meine Stellungnahme fertig geschrieben und kritisiert, dass gerade die besonders schwer geschädigten Betroffenen auch künftig nicht genug Gelder haben werden, ihre Versorgung zufriedenstellend sicherstellen zu können: Pflege und persönliche Assistenz soll nämlich von der erhöhten Rente gezahlt werden - aber mit maximal 6.912 EUR im Monat ist, auch wenn das nach viel Geld klingt, eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung nicht zu bezahlen, nicht mal, wenn man die Pflegekräfte selbst einstellt.

Was bleibt ist die Sozialhilfe. Ein etwas trauriges Ergebnis... ganz zu schweigen davon, dass die Conterganstiftung selbst, die einen Gutteil der Gelder verteilen wird, in der Vergangenheit auch nicht gerade als Geburtsstätte der Transparenz und Demokratie aufgefallen ist (weswegen meine Stellungnahme und der im Auftrag von Betroffenen erstellte Alternativ-Gesetzentwurf auch Vorschläge für mehr Transparenz und Diversity enthält).

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